Pastor Dr. Jan Holzendorf stellt sich vor

Wed, 16 Mar 2022 09:28:35 +0000 von H. K.

„Wollte kein Chaos – ich wollte dich! Kann’s nicht verstehen, weiß nicht wie das geht.“
So heißt es bei meiner (derzeitigen) Lieblingsband Provinz. Na klar, da geht es vermutlich eher um eine Liebesgeschichte, aber ich höre diesen Teil auch immer als Sätze über mich – und Gott. „Wollte kein Chaos – ich wollte dich!“ Ins Pfarramt gehen, von Gott erzählen, Gottesdienst feiern, Menschen bei Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen begleiten. Und nun bin ich Pastor in Ihrer – jetzt unserer! – Gemeinde. Also alles nach Plan.

Nur, so einfach ist es leider nicht. Nicht nur, dass hier im Pfarrhaus noch ein bisschen Chaos ist – unausgepackte Kartons, noch aufzubauende Möbel, viel Papier auf dem Schreibtisch… 
Das bekommt man aber in den Griff. Viel schlimmer ist das Chaos, das sich gerade in der Welt zeigt. Mit den Worten Corona und Krieg ist ein weiter Horizont der Not aufgespannt. Überall sind Menschen in Gefahr, erschöpft und am Rande ihrer Kräfte. Von Gott zu reden ist da irgendetwas zwischen Tabu und Luxus, den man sich leisten können muss. 

In so einer Zeit Pastor werden? Ist nicht so, als wäre das immer eine ganz klare Entscheidung gewesen. Es heißt oft, dass dieser Beruf Berufung ist. Aber oft ist da nur Chaos, wo fester Glaube sein sollte. Und trotzdem: „Wollte kein Chaos – jetzt will ich gehen, doch ich schaff es nicht.“, heißt es bei Provinz weiter. Schon klar, ein Liebeslied, aber ich denke auch: Von Gott kommt man nicht los. Ob man will oder nicht, er ist ja da, er lässt sich suchen und manchmal finden. „Ich bin bei euch bis an das Ende der Welt“ – das steht in der Bibel. Und das muss sich bewähren im Chaos der Welt und des Lebens. Bewähren sich Bibel und Glaube hier nicht, dann sind sie nichts, so hat es ein Kollege von mir ganz treffend ausgedrückt.

Nach Zeichen Gottes in der Welt will ich mit Ihnen als Ihr neuer Pastor suchen. Nach guten Worten in Liedern und Büchern. Nach Bildern, nach Serien und Filmen Ausschau halten, die etwas von Gott erzählen könnten. Und als Gemeinschaft mit Ihnen feiern. Denn so werden wir mit dem Chaos fertig. Vielleicht. Ganz bestimmt. 

Ihr/Euer Jan Holzendorf

Das Lied, das ich erwähne, kann man sich bei Interesse hier anhören:
https://www.youtube.com/watch?v=TOgWtlj5QMM
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