Epiphaniaskirche

Adresse

Hägewiesen 117
30657 Hannover

Beschreibung


Der Teil unserer Kirche umfaßt den Bereich Sahlkamp am nordöstlichen Stadtrand von Hannover.

Der Stadtteil und die Kirchengemeinde entstanden nach dem zweiten Weltkrieg, und sind geprägt durch die große kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt der Menschen, die hier wohnen.

Geschichte

Die Epiphanias-Kirchengemeinde ist eine relativ junge Kirchengemeinde. Sie hat ihren Ursprung in der Nachkriegszeit und dem Zuzug von sehr vielen Menschen hier heraus in die Kolonien und Gärten nördlich des Mittellandkanals. Die Bewohner der umliegenden Gartenhäuser und Notunterkünfte fanden sich in Gärten und Privathäusern zu Gottesdiensten und Andachten zusammen. Der Weg zu den nächsten Kirchen – Gethsemane in der List und St. Nikolai in Bothfeld – war für viele zu weit.
Eine Erleichterung bot der Andachtsraum in der ehemaligen Flakkaserne, in dem seit dem Erntedankfest 1952 Pastor Lüdicke aus Bothfeld Gottesdienst feierte. Zwischen Advent 1954 und dem Frühjahr 1957 befand sich im Sahlkamp-Bunker eine Kapelle der Gethsemane-Gemeinde.
Im Mai 1956 begannen die offiziellen Vorarbeiten zur Gründung unserer Gemeinde zwischen den Muttergemeinden Gethsemane, St. Nikolai und den kirchlichen Behörden.
Die Grundsteinlegung für die Kirche fand am 1. Advent 1956 statt.

Mit Hilfe vieler Gemeindemitglieder, die sich in dem Kirchbauverein zusammenfanden, wurde ein großer Teil des nötigen Baugeldes aus privaten Mitteln aufgebracht.
Die Pastoren Schnübbe, Heutger und Samhammer und der Militärpfarrer Jung waren die ersten Amtsträger. In ihrer Arbeit wurden sie von der Gemeindeschwester, der Diakonin, der Pfarrsektärin und dem Kirchenmusiker unterstützt.

Das Gemeindehaus wurde Pfingsten 1957 bezogen. Der dringend benötigte Kindergarten öffnete zum 1. April 1958. Viele Gemeindemitglieder erinnern noch die Glockenweihe im Dezember 1959. Zu diesem Zeitpunkt konnten auch die Pfarrhäuser bezogen werden. Pfingsten 1960 fand die Weihe der Kirche statt.

1974 konnten die Gemeinderäume „Epiphanias zur Begegnung“ bezogen werden.
Als letztes bedeutendes Bauteil, schon in den ersten Planungen der ausführenden Architekten Hübotter und Ledeboer angedacht, konnte im Sommer 2000 die Taufkapelle eingeweiht werden.


Architektur

Als die Planung des Epiphanias-Zentrums im Mai 1956 begann, waren weite Teile des Stadtteiles „Sahlkamp“ noch nicht vorhanden. Niemand wusste wie sich der Stadtteil einmal entwickeln würde. Aus dieser Ungewissheit entstand ein geschlossener Raum, bestehend aus mehreren Gebäuden, mit einem geschützten Innen. Vorbild für diese Bauweise waren mittelalterliche Klosteranlagen (damals Inseln der Ordnung im Chaos der Wildnis).

Der Turm, ein Symbol der Menschen für die Verbindung von Gott zur Welt, sollte alleine stehen ohne eine direkte Verbindung zum Kirchenschiff. Er sollte den Menschen als nicht übersehbares Zeichen signalisieren: „Das Haus Gottes heißt euch willkommen“. Die Kirche selbst sollte über einen überdachten Gang zu erreichen sein. Der Grundriss ist kreuzförmig gestaltet und hat eine Dreiteilung: Eingangsbereich, Langhaus und Altarraum.
Später wurden für die Gemeindearbeit weiter Räume angebaut, so dass der Turm heute in das Gesamtensemble integriert steht. Dennoch und obwohl er teilweise durch später errichtete Hochäuser im Stadtteil überragt wird, ist er nach wie vor von den meisten Teilen des Sahlkampes zu sehen und wird von den Bewohnern immer noch als Identifikationsmerkmal anerkannt. Seine Einladung an alle gilt bis heute.


Mosaik

Das Kachel-Mosaik an der Ostwand unserer Kirche wurde 1960 von dem Künstler Klaus Arnold, Neckarsteinach, geschaffen.

Für die Besucher unserer Kirche ist es eher verwirrend als sofort erkennbar, worum es geht. Es bedarf darum einiger Hinweise, die den Betrachter zum Verweilen, Hinschauen und Nachdenken einladen sollen. Ich möchte sie Ihnen hiermit geben. Mir wurde diese Deutung so überliefert, wenn sie auch nicht vom Künstler selber stammt.

Aus den dunklen Schrägen ergibt sich der Umriss eines Kelches: Kelch, Symbol des Leidens Christi, des Leidens der Menschen bis heute. Gott leidet in der Not der Menschen (Matthäus 25, 31 – 46). – Und: Kelch, Symbol der Abendmahlsgemeinschaft, die aus diesem Leiden erwächst. Alle sind eingeladen zu der Gemeinschaft mit Gott und untereinander, zu der Gemeinschaft der Vergebung und des Aufbruchs in Gottes neue Welt – alle, auch der Judas, der Jesus verrät.

Anders betrachtet wird der Fuß des Kelches zum Hügel Golgatha mit den drei Kreuzen von Jesus und den beiden Verbrechern (Lukas 3, 32 – 43). Rechts das Kreuz Jesu, links daneben das Kreuz des Verbrechers, der Jesus bittet: „Jesus, denke an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Das Kreuz des anderen Verbrechers, der Jesus schmäht, ist (links unten) zur Erde gefallen. Er liegt abseits, aber er bleibt zugleich noch unter der Gemeinschaft des Kelches.

Wenn wir genau hinschauen, entdecken wir noch drei Gesichter im Mosaik. Das Gesicht Jesu und das des ersten Verbrechers sind einander zugewandt, die Münder sind geöffnet. Sie reden miteinander (die Profile sind mit Nase und Mund angedeutet), sie sind im Gespräch miteinander, Jesus mit strahlend zugewandtem Auge, der andere mit nachdenklich geschlossenem Auge. Der Bittende bekommt von Jesus die Antwort: „Heute wirst du mit mir zusammen im Paradies sein.“ Der andere Verbrecher ist aus dem Gespräch herausgefallen, sein Mund zeigt nach unten. So kann er nicht mehr mitreden. Sein Auge ist erschrocken starr geöffnet. Aber Jesus behält ihn dennoch im Auge, schaut ihn mit an.
So möchte ich persönlich diesem Bild die Überschrift geben: Christus wendet sich uns zu, schaut uns an, spricht uns an und nimmt uns hinein in die Gemeinschaft von Kreuz und Kelch, ganz gleich, wer und wie wir auch sind.

Oswald Wiehe (ehemaliger Pastor der Epiphanias-Gemeinde)


Glocken

Im 33 Meter hohen und freistehenden Glockenturm hängt ein fünfstimmiges Geläut der Glockengießerei Rincker aus Sinn in Hessen aus dem Jahre 1959.
Bedeutende Geläute der seit 1599 bestehenden Gießerei hängen im modernen Turm der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche oder in der Kasseler Martinskirche.
Das Geläut der Epiphaniaskirche gehört wiederum zu den größeren Geläuten der Stadt Hannover, in der die Glocken der Marktkirche mit Abstand die Größten des Stadtgebietes darstellen.

Ein knappes Jahr vor der Fertigstellung der von Peter Hübotter geplanten Kirche wurden die fünf Glocken an Weihnachten 1959 in ihren Dienst gestellt. Ihre Tonfolge stellt eine Seltenheit dar: Mit den vier kleinen Glocken könnte man zum Beispiel die Melodie des berühmten Londoner Westminster-Schlages vom Big Ben spielen. Die größte, fünfte Glocke fungiert hinzugenommen als Vollendung dieser Melodie, so dass die größte und die kleinste Glocke im Intervall einer Oktave dem Geläut einen Rahmen geben. Die fünf Glocken haben außerdem jede ein besonderes biblisches Motto.

Fünf Glocken ermöglichen eine große Anzahl an verschiedenen Teilgeläuten, die im Rahmen des Kirchenjahres unterschiedlich eingesetzt werden könnten, um die Stimmungen der jeweiligen Zeit zu verdeutlichen. Um die Dimensionen der schwingenden Bronzekörper erahnen zu können, hier die genauen technischen Maße der Glocken:

Glocke 1: Ton c‘, 2080 kg, 153 cm Durchmesser
Glocke 2: Ton es‘, 1354 kg, 130 cm Durchmesser
Glocke 3: Ton as‘, 615 kg, 102 cm Durchmesser
Glocke 4: Ton b‘, 418  kg, 90 cm Durchmesser
Glocke 5: Ton c“, 301 kg, 80 cm Durchmesser

Alle Glocken hängen in einem zwei- bis dreigeschossigen Stahlglockenstuhl in zwei Gefachen an stählernen Jochen und werden mit elektrischen Läutemaschinen angetrieben.
Im Januar 2008 wurde anlässlich einer schwingungsdynamischen Untersuchung durch die Ingenieur-Gesellschaft Kempen Krause aus Aachen eine auffällige Aufschaukelung des Turms durch das Läuten der Glocken festgestellt. Dies ist der Fall, wenn eine oder mehrere Glocken mit ihrem Läuten die selbe Frequenz erreichen wie der Kirchturm. Dadurch kann ein Turm in solche Schwingungen versetzt werden, dass Schäden am Gebäude nicht ausgeschlossen werden können. Um diese zu verhindern oder aufzuhalten, dürfen die Glocken der Epiphaniaskirche bis zur Behebung des Problems leider nur noch sehr eingeschränkt läuten.

Wer sich das Glockenläuten ansehen und -hören möchte, der kann sich bei http://www.youtube.com/watch?v=vCkJ9qeqb_Y ein kurzes Video ansehen.

Matthias Braun, stud.arch., Hannover


Orgel

Unsere Orgel mit ihren 28 Registern, die auf zwei Manuale (Klaviaturen) und ein Pedalwerk verteilt sind, ermöglicht das Spielen der vielfältigsten Stilrichtungen: Von frühbarocken Orgelwerken über Stücke aus Romantik und Moderne lässt sich (fast) alles realisieren. 

Diese Vielfalt macht den Wert einer Orgel aus, und so sind wir zu Recht stolz auf unsere „Königin der Instrumente“.

Die Zusammenstellung der einzelnen Klangfarben erfolgte durch den Orgelrevisor der Landeskirche Hannover, Herrn Pastor Dörmann aus Holle. Die Orgelbaufirma Hillebrand aus Altwarmbüchen hat diese Pläne dann mit Hilfe des Architekten Ledeboer in die Tat umgesetzt – nicht zuletzt dank der vielen Spenden durch Gemeindeglieder, die den Bau erst ermöglichten.
Am 1. Advent im Jahre 1961 wurde unsere Orgel in einem festlichen Gottesdienst offiziell in Gebrauch genommen. An diesem Tage führte sie die Gemeinde erstmals durch den Gottesdienst, fertig war sie jedoch noch lange nicht. Erst sechs der insgesamt 28 Register waren eingebaut worden. Einige Wochen später war die Anzahl der fertigen Register schon auf 17 gestiegen und der erste Bauabschnitt beendet. In diesem Zustand blieb die Orgel aus finanziellen Gründen auch erstmal bis zum Jahre 1965. Hier konnte der zweite Bauabschnitt abgeschlossen werden und alle 28 Register standen nun an ihrem Platz. Der Gemeinde wurde die nun vollständige Orgel am Vorabend des Sonntags „Kantate“ in einem festlichen Konzert des Lüneburger Kirchenmusikers Volker Gwinner vorgestellt.
Unsere Orgel besteht vorwiegend aus Holz und einer Blei-Zinn-Legierung für die Orgelpfeifen; Materialien aus denen die Orgeln der 50er und 60er Jahre erbaut wurden. Die Orgelpfeifen funktionieren ähnlich wie eine Blockflöte, für die Erzeugung der Töne wird Luft (in der Fachsprache Wind genannt) benötigt. Der Wind wird durch einen strombetriebenen Motor erzeugt und durch große Holzkanäle in die entsprechenden Pfeifen geleitet. Dabei kann jede Orgelpfeife jedoch nur einen Ton von sich geben.

Die besten Orgelpfeifen können allerdings nicht schön klingen, wenn die dazugehörige Mechanik nicht in Ordnung ist oder sogenannte Heuler durch Risse im Holz und poröse Abdichtungen entstehen – die verwendeten Materialien sind aus heutiger Sicht für den Bau beständiger Orgeln leider nur bedingt geeignet. So waren und sind wir immer wieder auf die Spendenbereitschaft der Gemeindeglieder und geneigter BürgerInnen angewiesen, um unsere „Königin der Instrumente“ in ihrem vielfältigem Hörgenuss erhalten zu können.

Fenster

Seit alters her sind Fenster ein wichtiger Bestandteil von Kirchenbauten. Form und Farbe der Fenster filtern das Sonnenlicht und tragen entscheidend zur Wirkung des Raumes bei. So gewinnt hier das „Außen“ in besonders sensibler Weise Einfluss auf das „Innen“.


Das ursprüngliche Fenster

Die Fenster der Nordseite unserer Kirche, zur Straße hin gewandt, trugen ursprünglich gegenständliche Darstellungen in denen von den Machttaten Jesu berichtet wurde. Aufgrund zahlreicher Beschädigungen mussten diese Fenster leider schon 1964 ersetzt werden.
Die heutigen Arbeiten aus Betonverstrebungen und dicken farbigen Glasbrocken tragen abstrakte Muster. Beton und Glas, als dauerhaftere Technik der Fenstergestaltung, wurden auch von dem hannoverschen Künstler Werner Brenneisen für die Erneuerung des Tauffensters verwendet.


Das neue Epiphanias-Fenster

In seiner Darstellung nimmt es Bezug auf den Namen unserer Gemeinde. Es zeigt, genau wie auf dem ursprünglichen Tauffenster illustriert, die Verklärung Jesu auf dem Berge Tabor. Die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes – eigentlich allein mit Jesus auf dem Berg – erschauen ihren Herrn, leuchtend wie die Sonne, im Gespräch mit Mose und Elija, den Vertretern des Alten Bundes.
Diese Szene der Sichtbarwerdung der Gottheit Jesu (Epiphaneia) ist als Evangelienlesung im Kirchenjahr dem letzten Sonntag nach Epiphanias zugeordnet.

Das Tauffenster befindet sich übrigens im Eingangsbereich zu unserer Kirche und nicht in der Kirche selbst. Warum? Auf der Grundlage ihres Getauft-Seins können sich alle Eintretenden als Eingeladene verstehen. Aber der Ort dieses Fensters bedeutet speziell für unsere Kirche noch etwas anderes: Von hier aus sollte sich in der ursprünglichen Planung der Weg in das Baptisterium öffnen. Seit dem Jahr 2000 haben wir eine Taufkapelle – gleich links vom Epiphanias-Fenster.


Taufkapelle

Bereits der Bauentwurf für die Epiphanias-Kirche sah ursprünglich eine kleine Taufkapelle vor. Dieser Plan konnte jedoch aus Geldmangel nicht verwirklicht werden.

1999 im Zuge der Beteiligung am Öko-Technik-Park Hannover, der von den Stadtwerken mit mehreren Partnern im Sahlkamp realisiert wurde, beschloss der Kirchenvorstand den Bau einer Taufkapelle, die sowohl symbolisch, als auch ganz real ein Bekenntnis zur Bewahrung der Schöpfung darstellt.

In der leicht in die Erde versenkten Taufkapelle sind mit Regenwasserzisterne und Fotovoltaikdach alle Elemente der Schöpfung direkt mit der christlichen Taufe in Verbindung gebracht. Ihr Fundament wurde aus wasserdichtem Beton als Regenwasserzisterne gegossen, in der das Wasser von der einen Seite des Kirchendaches und vom Dach der Taufkapelle gesammelt wird. Dabei wird es zunächst durch eine Kiesrigole geleitet, die es filtert und reinigt. Dann sammelt es sich in der Zisterne unter dem Boden der Kapelle. Durch eine verglaste Öffnung im Boden der Kapelle sieht man hinab und erkennt auch, dass der Taufstein mit seinem Fuß in diesem Wasser steht, sich dann durch den Boden nach oben erhebt und ein Taufbecken bildet. Nach der Taufe fließt das übrige Wasser in einer kleinen Rinne hinunter in die Zisterne.

Diese liefert den Spülwasserbedarf der Gemeindetoiletten und entlastet so den Trinkwasserverbrauch.

Das Dach der Kapelle besteht aus einer Wärmeschutzverglasung, so dass die Besucher sich quasi unter freiem Himmel wiederfinden. Auf der Verglasung ist eine transparente Photovoltaikanlage angelegt, deren Schatten ein rasterförmiges Kreuzmuster auf den Boden wirft. Dafür wurden vier Solarmodule mit je 78 Solarzellen in Kreuzform angeordnet. Diese Anlage erzeugt soviel Strom, wie für die große Kirche und die Taufkapelle verbraucht werden.

Diese kleine Kapelle mit ihren etwa 30 Sitzplätzen ist geprägt durch ihre enge Verbindung mit der umgebenden Natur und ihre liebevolle Gestaltung. So hat der Boden ein Naturstein-Pflaster, das die achteckige Form des schlanken Taufsteines aufnimmt, das helle Holz der Trägerstrukturen und das Glasdach tragen zur natürlichen Atmosphäre bei. Und unsere Täuflinge und ihre Familien erfahren direkt die Schönheit der Schöpfung, in der wir alle leben dürfen. Durch ihre Technik trägt die Kapelle zu ihrem Erhalt bei.

























Gebäude

Erbauungsjahr
1959
Architekt*in
Hybotter
Stil des Innenraums
Das Kachel-Mosaik an der Ostwand unserer Kirche wurde 1960 von dem Künstler Klaus Arnold, Neckarsteinach, geschaffen. karte.jpg Für die Besucher unserer Kirche ist es eher verwirrend als sofort erkennbar, worum es geht. Es bedarf darum einiger Hinweise, die den Betrachter zum Verweilen, Hinschauen und Nachdenken einladen sollen. Ich möchte sie Ihnen hiermit geben. Mir wurde diese Deutung so überliefert, wenn sie auch nicht vom Künstler selber stammt. mosaikkelch.gif Aus den dunklen Schrägen ergibt sich der Umriss eines Kelches: Kelch, Symbol des Leidens Christi, des Leidens der Menschen bis heute. Gott leidet in der Not der Menschen (Matthäus 25, 31 – 46). – Und: Kelch, Symbol der Abendmahlsgemeinschaft, die aus diesem Leiden erwächst. Alle sind eingeladen zu der Gemeinschaft mit Gott und untereinander, zu der Gemeinschaft der Vergebung und des Aufbruchs in Gottes neue Welt – alle, auch der Judas, der Jesus verrät. mosaikkreuze.gif Anders betrachtet wird der Fuß des Kelches zum Hügel Golgatha mit den drei Kreuzen von Jesus und den beiden Verbrechern (Lukas 3, 32 – 43). Rechts das Kreuz Jesu, links daneben das Kreuz des Verbrechers, der Jesus bittet: „Jesus, denke an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Das Kreuz des anderen Verbrechers, der Jesus schmäht, ist (links unten) zur Erde gefallen. Er liegt abseits, aber er bleibt zugleich noch unter der Gemeinschaft des Kelches. mosaikgesichter.gif Wenn wir genau hinschauen, entdecken wir noch drei Gesichter im Mosaik. Das Gesicht Jesu und das des ersten Verbrechers sind einander zugewandt, die Münder sind geöffnet. Sie reden miteinander (die Profile sind mit Nase und Mund angedeutet), sie sind im Gespräch miteinander, Jesus mit strahlend zugewandtem Auge, der andere mit nachdenklich geschlossenem Auge. Der Bittende bekommt von Jesus die Antwort: „Heute wirst du mit mir zusammen im Paradies sein.“ Der andere Verbrecher ist aus dem Gespräch herausgefallen, sein Mund zeigt nach unten. So kann er nicht mehr mitreden. Sein Auge ist erschrocken starr geöffnet. Aber Jesus behält ihn dennoch im Auge, schaut ihn mit an. So möchte ich persönlich diesem Bild die Überschrift geben: Christus wendet sich uns zu, schaut uns an, spricht uns an und nimmt uns hinein in die Gemeinschaft von Kreuz und Kelch, ganz gleich, wer und wie wir auch sind. Oswald Wiehe (ehemaliger Pastor der Epiphanias-Gemeinde)
Kircheneigenschaften
  • Bei uns findet regelmäßig Gottesdienst statt
  • Wir bieten auf Nachfrage Führungen an
  • Wir sind auf behinderte Menschen eingestellt
Kirchenkontext
  • Gemeindekirche
  • Diakoniekirche